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Ist CBD legal in Deutschland?

Ist CBD legal in Deutschland?

Letztes Update am: 12.10.2020 Tobias 7 min.

Ist CBD in Deutschland legal und verkehrsfähig? Ja und nein. Was wissen wir derzeit über die Rechtslage von CBD Öl und weiteren CBD Produkten? Kurz gesagt: es ist kompliziert!

Doch wie kann es sein, dass ein natürliches Mittel mit derart großem medizinischem Potenzial überhaupt illegal werden könnte? Die Gründe liegen zum einen in der Historie der Verteufelung der Cannabis-Pflanze, zum anderen aber auch in der ausufernden Bürokratie.

Die aktuelle Rechtslage in Deutschland ändert sich laufend und ist selbst für Juristen höchst verwirrend. Ein Klärungsversuch.

CBD Legalitaet
  • Überblick
  • Was ist CBD?
  • Wichtige Rechtsnormen
  • CBD-Verbot der Stadt Köln
  • Legalität der Produkte
  • Rechtslage mit THC

Alles in Kürze zum Thema CBD und Legalität in Deutschland

  • Obwohl in Deutschland CBD Produkte frei erhältlich sind, bleibt die rechtliche Lage unklar.
  • Weiterverarbeitete CBD Produkte scheinen unter die Ausnahmeregelung des BtMG in der Anlage I zu fallen.
  • Die EU-Kommission prüft derzeit, ob CBD Produkte als Betäubungsmittel gewertet werden sollen.
  • Nach der EU Novel Foods Verordnung sind CBD Produkte eigentlich noch nicht verkehrsfähig. Allerdings wird die Verordnung nicht einheitlich durchgesetzt. Umstritten ist auch, inwiefern sie bei Cannabis und CBD Anwendung findet.
  • In Köln dürfen inzwischen keine Lebensmittel mehr verkauft werden, denen CBD zugesetzt ist.

Kurz und knapp: Was ist CBD?

Bei Cannabidiol (kurz CBD) handelt es sich um einen Wirkstoff der Cannabis sativa Pflanze. Die meisten werden mit Cannabis nur den high machenden Stoff THC verbinden. Von gerade jenem hebt sich CBD allerdings deutlich ab.

Fakten zu CBD
CBD führt im Gegensatz zu THC oder Alkohol zu keinem Rauschzustand. Dann müsste es doch eigentlich legal sein, oder? / Foto: © Die Grüne Oase

Wie auch die Weltgesundheitsorganisation WHO bestätigt, führt CBD grundsätzlich zu keinen Gesundheitsschäden und es besteht keine Missbrauchsgefahr.

Dies liegt vor allem daran, dass CBD keine körperliche Abhängigkeit hervorrufen kann und auch nicht berauschend wirkt. Gleichzeitig deuten erste wissenschaftliche Studien auf vielfältige medizinische Anwendungsbereiche hin.

Millionen Menschen (insbesondere in Nordamerika, den Niederlanden und der Schweiz) verwenden CBD und andere Cannabisprodukte regelmäßig und machen überwältigend positive Erfahrungen.

CBD erfreut sich immer steigender Beliebtheit. Die Nachfrage ist so groß, dass sogar schon die große Drogeriekette Rossmann einige Produkte mit Cannabidiol verkauft. Darunter auch das nutree Öl, welches man ohne weiteres bei Rossmann, in Online-Shops und auch auf Amazon käuflich erwerben kann.

Legalität von CBD: welche Normen sind relevant?

Bei der Frage um die Legalität vom Cannabis Stoff Cannabidiol (kurz CBD) sind einige Vorschriften verschiedener Gesetze zu beachten.

So spielt allen voran das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) eine zentrale Rolle. Wichtig wird aber auch die Betrachtung des Lebensmittelrechts. Nämlich, ob CBD als Lebensmittel/ neuartiges Lebensmittel (und damit ggf. unter die Novel-Food Verordnung der EU fällt) oder doch als Arzneimittel einzustufen ist.

Im Folgenden soll die rechtliche Lage rund um das Cannabinoid CBD etwas näher beleuchtet werden. Selbstverständlich treffen wir alle Angaben ohne Gewähr.

Die ganze Rechtssache ist so durcheinander, dass selbst Juristen, Behörden und Politiker nicht genau wissen, wie mit der Sache umzugehen ist oder sich in Widersprüchen verlieren.

CBD und das Betäubungsmittelgesetz

Fraglich ist zunächst, ob CBD als Betäubungsmittel unter das BtMG fällt und damit nicht verkehrsfähig wäre. Bei CBD handelt es sich um einen Wirkstoff der Cannabis Pflanze, womit es auch grundsätzlich als ein Betäubungsmittel nach §1 Abs. 1 BtMG einzuordnen wäre.

In der Anlage I eben jenes Gesetzes ist jedoch ein Ausnahmetatbestand formuliert, welcher u.a. Nutzhanf gerade nicht als Betäubungsmittel im Sinne des Gesetzes klassifiziert, sofern:

  • der THC Gehalt unter 0,2% liegt
  • der Vertrieb ausschließlich aus gewerblichen oder wissenschaftlichen Zwecken dient
  • die Zwecke keinen Missbrauch zu Rauschzwecken zulassen.

Um diesen Anforderungen zu entsprechen, müssten alle Voraussetzungen kumulativ zusammenwirken und vorliegen.

Was man unter den einzelnen Voraussetzungen des entsprechenden Ausnahmetatbestands versteht, ist im Detail nicht immer ganz eindeutig. Dem Wortlaut entsprechend wäre ein Verkauf an Privatpersonen vom Gesetzgeber nicht erwünscht.

Jedenfalls darf unter keinen Umständen eine missbräuchliche Berauschung möglich sein. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass jegliche CBD Produkte, bei denen die Rauschfunktion nicht ausgeschlossen werden kann, wohl tendenziell eher in den Bereich des Betäubungsmittelrechts fallen und gerade nicht von der Ausnahme im Sinne der Anlage I erfasst sind.

Selbst wenn der THC Gehalt des entsprechenden Produkts verhältnismäßig gering ist, kann dies dahinstehen, sofern in der Theorie ein Missbrauch zu Rauschzwecken möglich erscheint.

Dies hänge auch mit der Systematik des Gesetzes zusammen, sodass regelmäßig strenge Maßstäbe gesetzt werden. So zum Beispiel bei CBD Blüten. Dazu aber gleich noch mehr.

Zertifizierte Nutzhanfpflanzen EU
So oder so dürften wenn überhaupt nur von der EU zertifizierte Nutzhanfpflanzen verwendet werden. / Foto: © Die Grüne Oase

Beim Urteil des OLG Hamm, welches am 21.06.2012 erging (Az. 4 Rvs 51/16), wurde entschieden, dass der Handel mit Cannabisprodukten selbst bei einem geringeren Wirkstoff von weniger als 0,2 Prozent THC illegal ist, „wenn er nicht ausschließlich gewerblichen und wissenschaftlichen Zwecken dient, die einen Missbrauch zu Rauschzwecken ausschließen“. Man stelle sich ein ähnliches Urteil zu Alkohol vor.

Übrigens hält sogar ein Richter das Cannabis-Verbot für verfassungswidrig. “Ich habe einen Eid auf das Grundgesetz geschworen und bin nunmehr zur festen Überzeugung gekommen, dass die Cannabis-Kriminalisierung mit der Verfassung nicht mehr in Einklang zu bringen ist”, so Richter Andres Müller im Interview mit RND. Nun möchte er vor das Bundesverfassungsgericht ziehen und gegen das Verbot vorgehen.

Zu beachten ist aber, dass sich die Regelung der Anlage I des BtMG nur auf den Rohstoff, also auf den Hanf bzw. Cannabis an sich bezieht. Damit wäre also nur der Verkauf von Cannabis Blüten an den Endverbrauchen untersagt.

Verarbeitete CBD Produkte (CBD Öle, CBD Cremes etc.) befinden sich in einer Grauzone und werden eher nicht unter das BtMG subsumiert. Hier kommt es auf den spezifischen Einzelfall an, insbesondere den THC Gehalt sowie die potenzielle Missbrauchsfähigkeit des Produktes.

CBD und die Novel-Food Verordnung

Selbst wenn man von den Ausführungen des BtMG einmal absieht und CBD als Nahrungsergänzungsmittel einstuft, ist die Rechtslage stets im Einzelfall zu überprüfen.

Und das auch dann, wenn der THC Gehalt unter 0,2% liegt. Zu prüfen wäre dann, ob für das Inverkehrbringen des CBD Produktes eine Zulassung im Kontext eines neuartigen Lebensmittels vorliegt (vgl. Art. 6 Abs. 3 NFV).

Bei der Novel-Food Verordnung der EU geht es um die Einordnung von neuartigen Lebensmitteln. Neuartig ist ein Lebensmittel im konkreten Fall immer dann, wenn es vor dem 15. Mai 1997 nicht in nennenswertem Umfang in der EU für den menschlichen Verzehr verwendet wurde.

Daran knüpft auch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) an. Mit der Folge, dass für CBD-haltige Erzeugnisse zunächst einmal ein Prüfungsantrag gestellt werden muss.

Nach der Novel-Food Verordnung dürfen nämlich nur zugelassene und in der Unionsliste aufgeführte neuartige Lebensmittel mit entsprechenden Vorschriften in den Verkehr gebracht und als Lebensmittel verkauft werden.

Es stellt sich ferner also die Frage, ob man CBD überhaupt als neuartiges Lebensmittel qualifizieren könnte und falls ja, ob dies auch für alle CBD-Erzeugnisse gilt.

Die Europäische Kommission bewertet CBD als neuartiges Lebensmittel, reines Cannabis in Form der Cannabis sativa Pflanze sei hingegen schon vor dem 15. Mai 1997 in nennenswertem Umfang konsumiert worden, weshalb es nicht unter die Novel-Food Verordnung fällt.

Was unter dem Begriff „nennenswerter Umfang“ zu verstehen ist, ist noch unklar. Fest steht aber, dass hieran nicht allzu hohe Anforderungen gestellt werden dürfen (vgl. Verwaltungsgericht München).

CBD Produkte
Mittlerweile sind schon die verschiedensten CBD Produkte im Umlauf. / Foto: © Die Grüne Oase

Der CBD Gehalt ist meist entscheidend

Bei der Zulassung als Novel Food soll es entscheidend darauf ankommen, ob das zur Disposition stehende CBD Produkt einen höheren CBD Gehalt besitzt als die Urpflanze, also mit CBD angereichert wurde.

Klassische Hanföle, die mit den betäubungsmittelrechtlichen Vorschriften im Einklang stehen, werden demzufolge nicht als neuartig angesehen.

Problematisch ist die Sache allerdings bei Produkten, deren Wirkstoffe verändert (mittels Extraktion) oder angereichert wurden. Konkret muss also geprüft werden, ob das jeweilige Produkt mit der angewandten Extraktionsmethode eine gezielte An- oder Abreicherung zur Folge hat, welche den natürlichen Ausgangswert unmittelbar in eine bestimmte Richtung beeinflusst.

Genauer gesagt kommt es auf den natürlichen bzw. unnatürlichen CBD Gehalt des Produktes an, ob es verkehrsfähig ist oder nicht.

Gerade an dieser Stelle wird zum Teil eingewendet, dass Cannabis Extrakte wie CBD gar nicht unter die Novel-Food Verordnung zu fassen seien, da sie schon vor dem 15. Mai 1997 als Lebensmittel in der Europäischen Union verwendet wurden. Hierfür gebe es auch entsprechende Gutachten.

Die EU-Kommission prüft derzeit die Einstufung von CBD

Nach aktueller Auffassung der EU-Kommission sollen CBD-haltige Präparate als Betäubungsmittel eingestuft werden.

Die Kommission sei „vorläufig der Ansicht, dass CBD, das aus den blühenden und fruchttragenden Spitzen der Hanfpflanze (Cannabis sativa L.) extrahiert wird, als ein Betäubungsmittel betrachtet werden sollte, das unter das Einheitsübereinkommen der Vereinten Nationen über Suchtstoffe von 1961 fällt“.

Problematisch ist, dass CBD-Produkte nicht gleichzeitig als Betäubungsmittel gelten und als Lebensmittel zugelassen werden können. Daher sind einige der Anträge auf die zuvor erklärte Novel Food Zulassung für CBD-haltige Erzeugnisse zunächst auf Eis gelegt.

Dennoch fallen CBD-Produkte, die einen THC-Gehalt von 0,2% nicht übersteigen, nach wie vor nicht unter das Betäubungsmittelgesetz. Stuft die EU-Kommission Cannabidiol jedoch als Arzneimittel ein, wären CBD-Produkte nicht mehr frei als Nahrungsergänzungsmittel verkäuflich.

Ob und wie es in diesem Fall mit dem Verkauf und Konsum von CBD-Produkten weitergehen würde, ist unklar. Wir informieren Dich, sobald sich etwas an der aktuellen Lage ändert.

Hersteller dürfen keine Angaben zu gesundheitlichen Wirkungen von CBD abgeben

Die EU-Verordnung 1924/2006 regelt nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel, die innerhalb der EU vermarktet werden.

Diese Verordnung untersagt Herstellern es derzeit noch, gesundheitsbezogene Angaben zu Hanfprodukten zu abzugeben, insofern diese noch nicht endgültig wissenschaftlich erwiesen sind. Daher findet man derzeit kaum Herstellerangaben zu den pharmazeutischen Wirkungen von CBD Ölen.

Gibt es Urteile zu CBD?

Im November 2019 entschied das VG Gießen, dass die Anordnung zum sofortigen Rückruf von Lebens- und Nahrungsergänzungsmitteln, die den Inhaltsstoff CBD oder mit Hanf-Extrakt angereichertes Hanföl mit erhöhtem THC-Gehalt enthalten, gegenüber einem Hersteller rechtmäßig ist.

Das Verwaltungsgericht war der Auffassung, dass für die Lebens- und Nahrungsergänzungsmitteln mit CBD Anteilen die dafür nötige Zulassung im Sinne der Novel-Food Verordnung fehle. Nicht bekannt ist, in welchem Umfang die Behörde während ihrer Ermittlungen ihrer Beweispflicht nachgegangen ist.

CBD Legalität
Selbst einige Juristen scheinen mit der Frage, ob CBD legal ist, etwas überfordert und unsicher zu sein. / Foto: © Die Grüne Oase

Darüber hinaus ergaben Analyseergebnisse, dass es nicht auszuschließen sei, dass die verkauften Produkte wegen des THC Gehalts für den Verzehr durch den Menschen ungeeignet und als nicht sicher zu beurteilen sei. Die Hersteller müssten nachweisen, dass von ihrem Produkt keine Gefahren für Leib oder Leben ausgehen.

Im Januar 2020 hat das Landgericht Braunschweig zwei Betreiber einer Hanfbar wegen Verstößen gegen das BtMG zu Bewährungsstrafen verurteilt. Die beiden Bar-Betreiber haben offenbar größere Mengen Cannabis aus dem Ausland eingeführt und in Gläsern abgefüllt als Hanfblütentee an Kunden im Laden verkauft.

Das Landgericht Braunschweig war der Auffassung, dass hierbei kein ausschließlich gewerblicher Zweck vorlag, der eine Voraussetzung für die Straflosigkeit von Cannabis ist. Nach der umstrittenen Auffassung des Landgerichts Braunschweig liegen ausschließlich gewerbliche Zwecke nur dann vor, wenn an andere Gewerbetreibende veräußert wird.

Auch, wenn es in diesem Urteil um Hanfblütentee geht, ist es für die Thematik der Legalität von CBD nicht unbedeutend. Die Straflosigkeit von Cannabis setzt nach dem BtMG unter anderem voraus, dass der THC-Gehalt bei unter 0,2% THC liegt. Bei dem Hanfblütentee der Bar-Betreiber lag der THC-Gehalt bei maximal 0,2% THC. Damit ließe sich ein solches Urteil wohl auch auf CBD-Produkte übertragen.

Aus diesen Urteilen geht aber nicht hervor, dass nun jegliche CBD Produkte zurückgerufen werden müssen. Dies ist insbesondere dann höchst fraglich, wenn ein Produkt gar kein THC aufweist. Dann wäre eine Rauschwirkung von vorherein ausgeschlossen und es würde es vor allem um die Fragen rund um die Novel-Food VO Problematik gehen.

CBD-Verbot der Stadt Köln

In Köln dürfen mittlerweile keine Lebensmittel mehr verkauft werden, die CBD enthalten. Eine entsprechende Allgemeinverfügung hat die Stadt Köln am 17. Juni 2020 ausgegeben. Unter dieses CBD Verbot fallen insbesondere CBD-Öle.

Gemäß der Allgemeinverfügung ist in Köln sowohl der stationäre Handel, der Versandhandel als auch der Verkauf im Internet von CBD-haltigen Lebensmitteln verboten.

Die Stadt Köln erklärt das CBD Verbot damit, dass CBD und CBD-Extrakte als Novel Food anzusehen sind und eine Zulassung benötigen. Aufgrund einer fehlenden Zulassung seien die neuartigen Lebensmittel mit CBD nicht verkehrsfähig.

Durch die Verkaufsuntersagung sollen Verstöße gegen die Verordnung über neuartige Lebensmittel (EU) 2015/2283 verhindert und die Gesundheit der Verbraucher geschützt werden. Diese Begründung ist alleine schon deswegen fraglich, da CBD Produkte bekanntermaßen den Anwendern bei vielen verschiedenen Erkrankungen und Schmerzen helfen können.

Nicht als Novel Food gelten hingegen beispielsweise Hanfsamen Öl oder Hanfsamenprotein. Diese Lebensmittel dürfen nach wie vor verkauft werden. Auch Produkte mit CBD, die keine Lebensmittel sind, fallen nicht unter die Allgemeinverfügung der Stadt Köln.

Welche CBD Produkte sind illegal?

CBD Blüten sind laut Auffassung einiger Rechtsexperten eindeutig illegal. Und das auch dann, wenn sie den Grenzwert von 0,2% THC gar nicht überschreiten. Dies sei damit zu begründen, dass bei den THC-armen Blüten kein Missbrauch einer Rauschfunktion ausgeschlossen werden kann.

Mit aufwendigen Verfahren (zB. durch das Aufkochen in Alkohol) wäre es rein theoretisch möglich, den THC Gehalt in den CBD Blüten zu erhöhen. Dass dies kaum realistisch und wirtschaftlich absolut unsinnig ist, spielt dabei keine Rolle.

CBD Blüten sind illegal
CBD Blüten sind illegal und nicht verkehrsfähig. / Foto: © Die Grüne Oase

Hinzu kommt, dass unverarbeitete Hanfprodukte überhaupt nicht an einen Endkunden verkauft werden dürfen, da das BtMG nur einen Verkauf an Gewerbetreibende vorsieht. Um einer möglichen Strafbarkeit aus dem Weg zu gehen, solltest Du besser die Finger von CBD Blüten lassen.

Berliner Polizei beschlagnahmt Cannabisblüten

Für Aufsehen sorgte in diesem Zusammenhang eine Razzia der Berliner Polizei am 12. Dezember 2018. In 12 Spätis wurden Cannabisblüten beschlagnahmt. Anzumerken ist hierzu, dass man schon einige Hanfgeschäfte leer kaufen müsste, um sich bei einer Konzentration von 0.2% THC noch berauschen zu können.

Da die Möglichkeit aber theoretisch besteht, dürfen etwa nach Ansicht der Berliner Polizei nur verarbeitete CBD Produkte, wie Hautcremes, an Privatpersonen verkauft werden. Denn an diesen kann man sich wirklich gänzlich unmöglich berauschen.

Dabei sollte eigentlich gleiches auch für CBD Öl gelten. Denn man müsste das bittere Öl schon literweise konsumieren (in diesem Fall unterschlucken), um überhaupt eine kaum merkliche berauschende Wirkung zu erreichen. Das könnte man um einiges leichter haben.

Trotzdem kam es am 11. April 2019 in München zu einer Großrazzia von mehreren CBD-Geschäften. Auch CBD-Produkte mit weniger als 0.2% THC wurden dabei konfisziert.

Dies sorgte für großes Entsetzen in der Branche. Denn schließlich ging man immer davon aus, dass CBD Öl unter 0.2% völlig legal sei und man den Personen etwas Gutes tue.

Nichtsdestotrotz gibt es weiterhin zahlreiche CBD Hersteller, die CBD Produkte aus Nutzhanfsorten (unter 0.2% THC) frei verkaufen, wie Nordic Oil, CBD Vital, Candropharm und andere (wir haben diese Öle bereits getestet). Andere Staatsanwaltschaften sehen dieses Thema auch etwas entspannter.

Der Verkauf von Hanfblütentee ist umstritten

Bei Hanfblütentee sieht die ganze Sache wieder völlig anders aus. Wie man sieht, ist die rechtliche Lage an Absurdität nicht zu überbieten.

Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz aus Nordrhein-Westfalen geht davon aus, dass jenes Produkt bereits vor dem 15. Mai 1997 konsumiert wurde und damit kein Novel-Food sei. Damit kommt es ganz auf den THC-Wert an, welcher 0,2% nicht übersteigen darf.

Hanftee mit Teekanne
Bei Tee kommt es darauf an, ob es sich um Hanfblütentee oder CBD Tee handelt. / Foto: © Die Grüne Oase

Bei CBD Tee gilt hingegen das gleiche, wie bei den CBD Blüten, da man auch hier keinen Missbrauch von vorneherein ausschließen kann.

Nach der Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009, Anhang 2, Nr. 306 ist die Verwendung von „natürlichen und synthetischen Betäubungsmitteln“ als Inhaltsstoff strengstens untersagt.

Sofern man von der Regelung aus dem BtMG ausgeht und der THC-Anteil bei unter 0,2% liegt, dürfte man also auch bei solchen Kosmetikprodukten grundsätzlich von einer Verkehrsfähigkeit ausgehen.

Anders sieht dies das Landgericht Braunschweig in ihrem (nicht rechtskräftigen) Urteil vom 28.01.2020. Das Landgericht hat zwei Betreiber einer Hanfbar in Braunschweig wegen Verstößen gegen das BtMG zu Bewährungsstrafen verurteilt. Die Betreiber haben in Gläsern abgefüllten Hanfblütentee an Kunden des Ladengeschäfts verkauft.

Und das, obwohl der THC-Gehalt des Cannabis laut einem Wirkstoffgutachten eigentlich bei den von der Ausnahmeregelung erfassten 0,2% lag. Wie man sieht, ist also auch bei Hanfblütentee die rechtliche Lage weiterhin unklar und stark umstritten.

Rechtliche Behandlung von THC in Deutschland

Heute können THC-haltige Cannabisprodukte nur zu medizinischen Zwecken auf Rezept legal erworben werden. Die ersten Anbaulizenzen wurden in 2019 vergeben. Doch der Weg dieser limitierten Legalisierung war steinig.

Einige wird es überraschen, dass bis Ende des 19. Jahrhunderts medizinisches Cannabis in Deutschland sehr weit verbreitet war. Es wurde von großen Pharmaunternehmen legal produziert und verkauft.

Dies alles änderte sich aber mit dem Opiumgesetz von 1929. Seither ist der Freizeitkonsum von Cannabis in den deutschen Bundesländern verboten. 1958 wurde dann auch die medizinische Verwendung von Cannabis zunächst unter Verbot gestellt.

Rechtlicher Status von Cannabis in Deutschland
Während die Lage bei CBD noch etwas komplizierter ist, gibt es bei THC in Deutschland rechtlich keine Unstimmigkeiten. Trotzdem ist das Cannabis Verbot zurecht immer wieder Bestandteil politischer Diskussionen. / Foto: © Die Grüne Oase

In den 1970er Jahren nahm die illegale Freizeitverwendung von Cannabis bzw. Marihuana stark zu. Gleichzeitig wurde in diesem Zeitraum wieder deutlich mehr medizinische Forschung betrieben.

Die Zulassung von Nabilone als erstes pharmazeutisches Cannabisprodukt in 1983 stellte die Weichen für eine Auflockerung der Verbotsgesetze. In Deutschland wurde Dronabinol 1998 offiziell als erstes Cannabis-Medikament legal zugelassen.

Im Februar 2008 wurden erstmals seit dem Verbot sieben Patienten legal mit Cannabis behandelt.

Im Dezember 2012 entschied dann ein Gericht die Erlaubnis des Selbstanbaus von Cannabis für schwerkranke Patienten. Dies führte zur Erteilung der BfArM-Erlaubnis für Cannabis im Jahr 2016.

Im März 2017 wurde medizinisches Cannabis erstmals wieder vollständig legalisiert, was eine neue Ära markiert. Im Jahr 2019 wurden dann erstmals die ersten einheimischen Anbaulizenzen vergeben.

Heute sind die Medikamente Sativex (bei Spastik durch Multiple Sklerose), Nabilone und Dronabinol (jeweils bei Übelkeit durch Chemotherapie) auf Rezept erhältlich.

Gleiches gilt für ärztlich verordnetes Cannabis aus der Blüte und Pflanzenteile. Der Freizeitgebrauch von Cannabis und THC bleibt vorerst illegal in Deutschland.

Das sind unsere Favoriten unter den CBD Ölen

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