CBD Science - einfach erklärt!

CBD bei Depressionen

Kann CBD bei Depressionen eingesetzt werden?

Letztes Update am: 21.09.2019

Depressionen gehören zu den häufigsten und gleichzeitig am meisten unterschätzten Erkrankungen. Für Depressionen gibt es unterschiedliche Ursachen und Therapiemöglichkeiten. Eine wachsende Anzahl von Menschen verwendet CBD Öl oder andere CBD Produkte, um die Heilung von Depressionen zu unterstützen.

Obwohl eindeutige klinische Studien (an Menschen) bislang fehlen, gibt es bereits vielversprechende Hinweise auf eine mögliche Wirksamkeit von CBD bei Depressionen. In diesem Artikel haben wir uns die aktuelle Studienlage angesehen, um Dein Verständnis über CBD bei Depressionen zu verbessern.

CBD bei Depressionen

CBD bei Depressionen - Alles in Kürze

  • Studien legen nahe, dass CBD die Heilung des Hippocampus (Neurogenese) stimulieren könnte.
  • Sowohl THC als auch CBD haben sich bereits in Tiermodellen bei Depressionen als vorteilhaft erwiesen. Bei Menschen wurde dies aber noch nicht untersucht.

Gesammelte Erfahrungen zu CBD bei Depressionen

Beachte: Die Erfahrungen von Verwendern von CBD bei Depressionen sind immer subjektiv. Jede Person reagiert möglicherweise anders und CBD kann bestimmt auch keine ärztliche Therapie ersetzen. Erfahrungen mit CBD bei Depressionen sind natürlich auch nicht wissenschaftlich fundiert und können teilweise auch unecht oder gefälscht sein. Heilversprechen werden ausgeschlossen.

Wir haben hunderte von Erfahrungsberichten von Reddit und Quora aus den USA und Deutschland zum Thema CBD bei Depressionen gelesen. Die Erfahrungen von Verwendern waren insgesamt gemischt. Dies sind unsere Eindrücke aus den gesammelten Informationen.

  • Einige User geben an, dass CBD ihnen bei Depressionen geholfen hat. Der Effekt wird aber meist als mild beschrieben. Oft wird darauf abgestellt, dass CBD gerade bei Panikattacken und Ängsten besonders effektiv sein soll. 
  • Teilwese wird THC als effektiver gegen Depressionen als CBD empfunden.
  • Andere Betroffene empfanden auch, dass CBD bei Depressionen so gut wie gar nicht geholfen habe. Oft wird dann darauf verwiesen, dass CBD aber eine angenehm entspannende Wirkung gehabt hätte.

Welche Symptome haben Depressionen?

Eine Depression ist eine psychische Störung, die durch eine Reihe von Symptomen gekennzeichnet ist:

  • Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit
  • Interesselosigkeit und Freudlosigkeit
  • Appetitlosigkeit, Essstörungen
  • Schlafstörungen
  • Energieverlust oder Müdigkeit
  • Schuldgefühle und geringes Selbstwertgefühl
  • Reduzierte Konzentrationsfähigkeit
  • Wiederkehrende Gedanken an Tod, Sterben oder Selbstmord

Solltest Du Dich in diesem Symptomen wieder erkennen, raten wir unbedingt dazu, Dich mit einem guten Mediziner in Verbindung zu setzen. Denn das Leben ist zu kurz für Unglücklichkeit!

Wer leidet an Depressionen?

Die traurige Nachricht ist: sehr viele Menschen. Und zwar weltweit. Tendenz stark steigend. Frauen sind also etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer. Derzeit sind in Deutschland 11,3% der Frauen und 5,1% der Männer an Depression erkrankt. Die Zahl der Antidepressiva nimmt seit Jahren stetig zu.

Weltweit leiden Schätzungen zufolge etwa 350 Millionen Menschen an einer Depression. Laut der WHO werden zum Jahr 2020 Depressionen oder affektive Störungen weltweit die zweithäufigste Volkskrankheit sein. 

Immer mehr Medikamente gegen Depressionen
Quelle: https://de.statista.com/infografik/16707/verordnungen-von-antidepressiva-in-deutschland/

Was sind die Ursachen einer Depression?

Die Ursachen von Depressionen sind vielschichtig und hängen von individuellen Umständen ab. Daher sollte es nicht überraschen, dass es (noch) kein einziges Allheilmittel gegen Depressionen gibt. Auch CBD kann dies nicht sein.

Risikofaktoren und Risikogruppen für Depressionen
Foto: © Die Grüne Oase

Serotoninmangel nicht alleinige Ursache

Viele Menschen glauben, dass Depressionen durch ein chemisches Ungleichgewicht im Körper verursacht wird. Insbesondere wird in diesem Zusammenhang oft der Mangel an Serotonin oder Noradrenalin verantwortlich gemacht.

Das ist nicht ganz falsch, aber auch nicht ganz richtig. Denn diese Botenstoffe sind nur ein Teil des Ganzen. Oft hat eine Depression auch Ursachen, die sich in den Lebensumständen des Betroffenen finden.

Tatsächlich sind in der Wissenschaft eine ganze Reihe von psychosozialen und neurobiologischen Faktoren bekannt, die Depressionen verursachen oder fördern können:

  • Genetische Faktoren (Vererbung)
  • Hormonelle Störungen
  • Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn
  • Soziale Isolation
  • Chronischer Stress oder Überlastung
  • Spezifische Lebensereignisse, Verluste
  • Traumatische Erlebnisse
  • Körperliche Krankheiten oder physische Schmerzen
  • Andere emotionale Störungen

Als erfolgsversprechend gelten Therapien, die darauf angelegt sind, die individuellen körperlichen und/oder psychosozialen Umstände des Betroffenen zu untersuchen. Und dann anschließend an den spezifischen Punkten therapeutisch anzusetzen, die verbessert werden können.

Wie können Depressionen therapeutisch behandelt werden?

Um Depressionen zu behandeln, wird regelmäßig Psychotherapie mit spezifischen Medikamenten (Pharmakotherapie) kombiniert

Beispiele für Psychotherapien sind die kognitive Verhaltenstherapie, die Problemlösungstherapie und die zwischenmenschliche Therapie. Diese Behandlungsweisen zielen darauf ab, Betroffene bei der eigenständigen Entwicklung von positiver Denk- und Verhaltensmuster zu unterstützen.

Medikamente, die zur Behandlung von Depressionen eingesetzt werden, gehören verschiedenen Klassen an und haben unterschiedliche Wirkmechanismen, Eigenschaften und Nebenwirkungen. 

  • Antidepressiva gehören zur Gruppe der Psychopharmaka.
  • Von Antidepressiva deutlich zu unterscheiden sind Antipsychotika und Neuroleptika, die zur Behandlung von Schizophrenie und wahnhafter Dpression eingesetzt werden.
  • Anxiolytika/Hypnotika sind Beruhigungs- und Schlafmittel.

Zu den Antidepressiva gehören Seronin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSNRI) und Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Untersuchungen legen nahe, dass diese depressive Symptome und Angststörungen lindern können. Trotzdem kann es oft Wochen dauern, bis sich die Stimmung verbessert. Wie das genau im Körper funktioniert, erfährst Du unten. Bei Antidepressiva sind aber auch teilweise recht starke Nebenwirkungen bekannt. 

Immer mehr Menschen verwenden Psychopharmaka

Besonders stark ist die Verbreitung von Psychopharmaka in den USA. In 2013 gaben insgesamt 16,7% von 242 Millionen Erwachsenen in den USA gaben an, Psychopharmaka verwendet zu haben, so das JAMA Internal Medicine der American Medical Association.

Insgesamt gaben 12% der erwachsenen Amerikaner an, Antidepressiva zu nehmen. 8,3 Prozent nahmen Medikamente gegen Angst, Beruhigungsmittel oder Schlaftabletten, 1,6% nahmen Antipsychotika ein.

Außerdem interessant: In diesem Zusammenhang wurden große Unterschiede in Bezug auf Rasse und ethnische Zugehörigkeit festgestellt. Die größte Gruppe der Psychopharmaka-Anwender sind weiße Amerikaner. 20,8 Prozent dieser Gruppe gab an, in 2013 Psychopharmaka konsumiert zu haben.

Auch in Europa sind Antidepressiva auf dem Vormarsch. Trauriger Spitzenreiter ist übrigens Island.

Quelle: https://de.statista.com/infografik/13698/antidepressiva-konsum-weltweit/

Wie könnte CBD bei Depressionen wirken?

Antidepressiva beeinflussen die Wirkung von Botenstoffen. Vereinfacht: Durch die Einnahme von Medikamenten wird die Rückführung der Glückshormone in die Zelle blockiert. So wird der Serotoninspiegel im Allgemeinen erhöht.

Untersuchungen belegen, dass bei Menschen mit Depressionen oft ein spezifischer Teil des Gehirns - der Hippocampus  - verkleinert ist. Der Hippocampus ist für das Gedächtnis, das Lernen und eben für die Emotionen zuständig.

Glücklicherweise besitzt das Gehirn die Fähigkeit, sich noch bis ins hohe Alter hinein zu verändern, neu zu verkabeln. So kann sich Hippocampus durch die Neubildung von Nervenzellen wieder erholen. Dies wird in der Fachsprache als Neurogenese bezeichnet.

Antidepressiva stimulieren die Regeneration der Nervenzellen und somit die Neurogenese des Hippocampus. Allerdings ist keine sofortige Heilung zu erwarten. Der Wiederaufbau der Nervenzellen ist ein Prozess, der einige Wochen dauern kann. Daher tritt die Wirkung solcher Antidepressiva oft erst später ein. Zusätzlich können einige praktische Lebenstipps im Alltag die Heilung unterstützen.

Es ist belegt, dass Haustiere glücklich machen! Schon gewusst, dass CBD auch Tieren helfen könnte?

Und nun kommt auch CBD in Spiel. Denn es ist wissenschaftlich bewiesen, dass CBD mit dem Endocannabinoidsystem interagiert. 

Was bedeutet das jetzt?

Eine 2017-Studie beweist: CBD schützt die Nervenzellen im Hippocampus. Aus diesem Grund ist CBD bereits in den USA als Medikament bei Epilepsie zugelassen.

Warum ist das wichtig?

Der Hippocampus ist gleichzeitig auch die Hirnregion, die sich bei Depressionen oft verkleinert. Dieser Verkleinerung (auch Atrophie genannt) könnte CBD entgegenwirken, indem es die Nervenzellen schützt.

Wie wirkt CBD bei Depressionen genau?

Die körpereigenen Cannabinoide (Endocannabinoide) werden im gesamten Gehirn und Körper eingesetzt, um Körperfunktionen zu regulieren.  Gedächtnis, Appetit, Entzündungen werden zum Beispiel durch diese gesteuert.

Die Wirkungen von CBD auf das Endocannabinoidsystem ist recht komplex und noch nicht vollständig wissenschaftlich erfasst. Allerdings konnte CBD im Tierversuch mit Mäusen den Anandamitspiegel im Hippocampus erhöhen, was dann wiederum das Neuronenwachstum stimulierte. Sprich - es konnten neue Nervenzellen im Hippocampus gebildet werden.

CBD aktiviert erwiesenermaßen den Serotinrezeptor 5-HT 1A. Diese Rezeptoren können ebenfalls die Neurogenese im Hippocampus erhöhen, wie es sich bei einer separaten Studie mit dem Angstlöser Buspiron am Opposum gezeigt hat. Daher erscheint es als wahrscheinlich, dass CBD ähnliche Wirkung haben könnte. Eine Studie zeigt, dass CBD den Serotonin- und Glutamatspiegel erhöhen könnte. Die Ergebnisse der Wissenschaftler zeigen eine schnelle und anhaltende, antidepressivumähnliche Wirkung von CBD. 

Hinweise und Indizien, dass CBD bei Depressionen helfen könnte

CBD unterstützt also den Schutz und das Wachstum von Neuronen. Was bedeutet das aber praktisch für die Behandlung einer komplexen Krankheit wie Depressionen mit CBD? 

Obwohl groß angelegte Studien am Menschen noch nicht durchgeführt wurden, gibt es einige vielversprechende Indizien und Experimente:

  • Indizien:

    Medizinisches Cannabis: In den USA, wo medizinisches Marihuana in manchen Staaten erhältlich ist, sinken die Selbstmordraten bei Männern im Alter von 20-39 Jahren um etwa 10%. 

    Der Fall Rimonabant: Vor einigen Jahren wurde ein Medikament zur Gewichtsreduktion entwickelt, das genau umgekehrt wirkt wie Cannabis, nämlich Rimonabant. Dieses sorgt im Ergebnis für die Hemmung des körpereigenen Endocannabinoidsystems. Es wurde aber kurz darauf eingestellt, weil es das Risiko für Depressionen und Selbstmord drastisch erhöhte
     
  • Experimentelle Studien

    Experimente an Nagetieren sind bereits vielversprechend. CBD half Depressionen bei Ratten zu lindern

    Eine andere Studie ergab, dass eine Einzeldosis CBD sowohl bei Mäusen als auch bei Ratten eine schnelle antidepressive Wirkung hatte, die sogar bis zu 7 Tage nach der Behandlung anhielt. 

    Eine weitere Studie kam zu dem Ergebnis, dass bei Mäusen die antidepressiven Wirkungen von CBD in Kombination mit einem SSRI noch wirksamer sind. 

    (Für den Fall, dass Du neugierig bist, wie Wissenschaftler die Depression von Nagetieren messen: Das häufigste Experiment besteht darin, Mäuse oder Ratten in tiefes Wasser zu legen und aufzuzeichnen, wie lange sie noch schwimmen. Diejenigen, die schneller aufgeben, gelten als depressiv. Keine Sorge - die Wissenschaftler lassen sie nicht ertrinken.)

Welche CBD Produkte gibt es gegen Depressionen?

Es gibt laut unserer Recherche aktuell keine CBD Öle oder andere Produkte, die speziell nur bei Depressionen empfohlen werden. CBD Öle sind am weitesten verbreitet.

Insgesamt könnte CBD bei Depression als Nahrungsergänzungsmittel, Lebensmittel und in Form von Medikamenten eingenommen werden:

  • CBD Öle
  • CBD Kapseln
  • CBD Gummibärchen, Bonbons, Tees und andere Nahrungsmittel

Zur Dosierung von CBD bei Depressionen kann man nur ganz schwer eine verbindliche Empfehlung machen. Es kommt natürlich auf die Menge an CBD an, die das CBD Öl enthält und auch auf Deine persönliche Beschaffenheit. Und natürlich, wie stark Deine Beschwerden sind. Jeder Mensch reagiert dabei etwas anders auf CBD Öl, das gleiche gilt natürlich auch bei Depressionen.

Viele Betroffene empfehlen, bei der Dosierung des CBD Öl zunächst recht niedrig zu beginnen und zu prüfen, wie Du Dich damit fühlst. Nach ein paar Wochen kann dann eine schrittweise Erhöhung der Dosierung erfolgen.

Fazit

Es benötigt Zeit und Geduld, um Depressionen zu heilen. Das Gehirn muss sich neu aufstellen, positive Denkweisen und Verhaltensmuster müssen neu erlernt oder angepasst werden.

Auch neurologisch gesehen erfolgt eine Verbesserung nicht sofort. Selbst starke Antidepressiva benötigen eine regelmäßig gewisse Zeit, um die Neuverkabelung des Gehirns zu unterstützen. Auch CBD kann bei Depressionen keine Soforthilfe sein.

Wie in diesem Beitrag beschrieben gibt allerdings interessante Hinweise darauf, dass CBD bei Depressionen zu einer Linderung beitragen könnte. Vorallem im Rahmen eines langfristigigen Genesungsplans. Beachten solltest Du aber: Die genaue Wirkung von CBD bei Depressionen ist noch nicht wissenschaftlich bewiesen.

CBD ist also auf keinen Fall eine Erstbehandlungsoption. Wenn Du Dich in einer Krise befindest oder sogar Selbstmordgedanken hast, rufe bitte eine Hotline an oder suche Dir umgehend professionelle Unterstützung. Spreche bitte auch mit Deinem Arzt, bevor Du CBD in Deine Therapie aufnimmst. Insbesondere wenn Du verschreibungspflichtige Medikamente mit potenziellen Wechselwirkungen einnimmst.

Weiterführende Quellen

  • Wissenschaftliche Quellen

    • http://jamanetwork.com/journals/jamainternalmedicine/fullarticle/2592697
    • https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2577751/
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    • https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0006322399001778
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    • https://ajph.aphapublications.org/doi/abs/10.2105/ajph.2013.301612
    • http://www.scielo.br/scielo.php?script=sci_arttext&pid=S1516-44462009000200012
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    • https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29869197
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    • https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0278584618301167

     

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