CBD Science - einfach erklärt!

CBD macht weniger aggressiv

CBD macht weniger aggressiv

Letztes Update am: 13.11.2019

Wissenschaftler aus Brasilien haben in einer neuen Studie herausgefunden, dass die von der Cannabis-Pflanze abgeleitete Verbindung - Cannabadiol (CBD) - zwei wichtige Gehirnrezeptoren bei Mäusen aktiviert und sie dadurch beruhigen kann. Nachdem den Nagetieren CBD verabreicht worden ist,  griffen sie "Eindringlinge" in ihren Käfigen im Labor später bzw. weniger an.

Deshalb besteht Hoffnung, dass diese beruhigende Wirkung von CBD auch bei Menschen, die unter übermäßiger Aggression leiden, zutreffen könnte. Dies würde einen großen medizinischen Fortschritt bedeuten, da CBD fast keine Nebenwirkungen besitzt und vor allem keine Suchtprobleme (die bei vielen Alternativmedikamenten entstehen) hervorruft. Schon jetzt wird CBD bei vielen verschiedenen Gesundsheitproblemen eingesetzt.  

CBD chemische Formel

Die wichtigsten Infos in Kürze

  • Wissenschaftler haben verschiedene CBD-Dosen an aggressive Mäuse verabreicht
  • Die CBD-Einnahme führte dazu, dass die Mäuse seltener andere Mäuse angriffen
  • Weitere Experimente zeigten, welche Rezeptoren an der beruhigenden Wirkung beteiligt waren
  • Viele psychische Probleme führen zu Aggressivität als Symptom
  • Experten bestätigten jedoch, dass die Dosen von CBD bei den Experimenten höher waren als das typisch bei Alltags-CBD-Produkten ist 

Die neue Studie zu CBD und Aggression

Die Ribeirão Preto Medical School-Studie der Universität São Paulo ist eine der ersten, die die Wirkung von CBD spezifisch auf Aggressivität untersucht hat. CBD wird aus Cannabis gewonnen, ist jedoch nicht psychoaktiv, was bedeutet, dass es bei der Einnahme nicht "high" macht. Es gibt CBD in verschiedenen Produkten wie z.B. CBD-Ölen. Es ist online und auch in vielen Geschäften in Deutschland erhältlich. aggression cbd

Bei der Studie isolierten die brasilianischen Wissenschaftler die Mäuse für mehrere Tage, was dazu führt, dass die Tiere aggressiv werden, wenn sie auf einen Eindringling treffen. Normalerweise werden durch Isolation hervorgerufene Aggressionen mit Antidepressiva oder Antipsychotika behandelt. Bisherige Studien mit CBD haben jedoch vermuten lassen, dass dieses Naturmittel möglicherweise auch als Anti-Aggressions-Medikament funktioniert. Daher entschied sich das Team um Professor Francisco Silveira Guimarães, dies spezifisch zu prüfen. 

Der Aggressions-Test mit den Mäusen

Die Wissenschaftler injizierten vier Gruppen mit jeweils sechs bis acht männlichen Mäusen unterschiedliche CBD-Dosen. Eine fünfte Gruppe erhielt gar kein CBD.

Die Mäuse der fünften Gruppe griffen zwei Minuten nach ihrem Eintritt in den Käfig einen Mäuse-Eindringling an. Insgesamt übten sie zwischen 20 und 25 Attacken aus. Die Mäuse, denen die geringste Dosis CBD verabreicht wurde (die 5 Milligramm pro Kilo entsprach), begannen erst nach etwa vier Minuten mit dem Angriff. Den Angaben der in der Fachzeitschrift Progress in Neuro-Psychopharmacology and Biological Psychiatry erscheinenden Studie zufolge hat sich die Zahl der Angriffe halbiert.   

Die Mäuse, die 15 mg / kg bekamen, verhielten sich am wenigsten aggressiv. Die Angriffe begannen durchschnittlich 11 Minuten nach der Ankunft des Eindringlings und die durchschnittliche Anzahl der Angriffe betrug nur etwa fünf pro Käfig. Interessanterweise traten bei den Mäusen mit den höchsten CBD-Dosen von 30 mg / kg und 60 mg / kg die Anfälle jedoch häufiger auf.  

Professor Guimarães sagte hierzu: 'Diese Verringerung der Wirkung von Cannabidiol bei höheren Dosen wurde wegen Ergebnissen anderer Studien schon  erwartet. In Versuchen, sein Potenzial als Antidepressivum zu untersuchen, führten beispielsweise höhere Dosen nach einer anfänglichen Verstärkung zu geringeren Wirkungen." 

Wie kommt es zu diesem beruhigenden Effekt des CBD?

Die Wissenschaftler wollten auch herausfinden, wie das CBD die Mäuse beruhigt. Sie führten daher ihre Experimente erneut durch. Diesmal wurden jedoch besonders spezielle Rezeptoren im Gehirn untersucht. Genauer gesagt, der 5-HT1A-Rezeptor, der die Produktion von Serotonin - dem Wohlfühlhormon - erhöht, und ein Cannabinoidrezeptor namens Typ 1 (CB1). Von diesem wurde bereits gezeigt, dass er das Verhalten von Nagetieren steuert.

Cannabinoidrezeptoren werden im Körper produziert und sind an Körperprozessen wie Appetit, Schmerz, Stimmung und Gedächtnis beteiligt. Professor Guimarães sagte: „Wir wissen noch nicht, wie genau die 5-HT1A- und CB1-Rezeptoren die Aggressivität bei Mäusen beeinflussen, aber die beteiligten Aktivierungsmechanismen scheinen in jedem Fall unterschiedlich zu sein. Cannabidiol wurde in den letzten 20 Jahren in verschiedenen Zusammenhängen untersucht, seine Auswirkungen auf aggressives Verhalten jedoch nur in sehr geringem Maße." 

Ian Hamilton, Dozent für psychische Gesundheit und Sucht an der University of York, ein Experte, der nicht direkt an der Studie beteiligt war, meinte zu den Ergebnissen: „Bisher hat noch niemand ein solches Experiment durchgeführt, aber allgemein wissen wir, dass CBD eine dämpfende Wirkung auf das Gehirn hat, insbesondere bei Dingen wie Psychosen. CBD hat bei Menschen mit psychischen Problemen eine beruhigende Wirkung. Es sieht so aus, als hätte es Potenzial, impulsive Kontrolle zu unterstützen, und das zeigt sich in vielen Dingen wie Autismus, Depressionen und Angstzuständen."

Was bedeutet das für uns Menschen

Dr Hamilton sagte, angesichts dessen, was Wissenschaftler über CBD wissen, wäre er nicht überrascht, wenn die Ergebnisse auch in Humanstudien dieselben wären. Den Mäusen wurden jedoch viel stärker dosierte Dosen CBD verabreicht, als ein Mensch sie in den angebotenen Produkten findet. 

Dr Hamilton dazu: 'Die Dosierung ist höher, als sie in den Läden oder online zu kaufen ist. Die Forscher verwenden mehrere mg pro Kilo und die Mäuse wiegen nur 30 bis 40g."

Es gilt also vorsichtig mit diesen Resultaten umzugehen und sich genau über den CBD-Gehalt der verschiedenen Produkte auf dem Markt zu informieren. Es folgen ganz sicher weitere Studien zu diesem Thema. Wir werden das genau verfolgen und weiterhin dazu berichten. 

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