CBD Science - einfach erklärt!

Ist CBD nachweisbar?

Ist CBD bei einem Drogentest nachweisbar?

Letztes Update am: 13.11.2019

Kann der Konsum von CBD im Blut oder Urin nachgewiesen werden? Zwar wirkt CBD anders als THC, trotzdem werden die Substanzen oft von Unwissenden verwechselt. Und wer nach einem Joint am Steuer erwischt wird, muss mit harten Strafen rechnen. Oft ist der Führerschein weg. Auch bei betriebsärztlichen Untersuchungen kann gelegentlicher Drogenkonsum nachgewiesen werden.

Aber ist CBD überhaupt nachweisbar? Und wenn ja, muss man ebenfalls mit Strafen rechnen, wenn CBD im Straßenverkehr oder beim Drogentest nachgewiesen wird?

Ist CBD nachweisbar

Ist CBD im Drogentest nachweisbar? Alles in Kürze

  • Bei Drogentests wird routinemäßig nach THC und anderen illegalen Substanzen getestet. CBD gehört nicht dazu und wird somit nicht geahndet.
  • Zwar wäre CBD theoretisch nachweisbar, aber ein Test wird darauf nicht durchgeführt.
  • Aufgrund des sehr geringen THC-Gehalts in gängigen CBD Ölen (max.: 0,2% THC), sind unnatürlich hohe Mengen erforderlich, um dem gesetzlichen THC-Grenzwert (1,0 mg/ml) überhaupt nahe zu kommen. Das Risiko eines positiven THC-Tests durch CBD ist also nahezu unmöglich.

So läuft der Drogentest bei einer Verkehrskontrolle ab – Auf CBD wird nicht getestet

Zunächst vorweg: CBD ist nachweisbar. Aber Du wirst im Drogenschnelltest der Polizei bei einer Verkehrskontrolle nicht auf CBD getestet werden. Das bedeutet: CBD ist im Straßenverkehr legal und kann bedenkenlos konsumiert werden.
Fakten zu CBD
CBD wirkt anders als das bekanntere Cannabinoid THC. / Foto: © Die Grüne Oase

Das gilt aber nicht für illegale Drogen. Nach dem Drogenkonsum am Steuer zu sitzen kann Dir und anderen Verkehrsteilnehmern sehr große Probleme bereiten. Daher raten wir dringend davon ab.

Polizeikontrollen können an jedem Ort und zu jeder Zeit stattfinden. Größer ist das Risiko bei besonderen Anlässen, wie Volksfesten oder in der Nähe von Diskotheken.

Hegen Polizeibeamte während einer Kontrolle den Verdacht, dass der Fahrer illegale Drogen konsumiert haben könnte, werden zunächst Erst-Untersuchungen durchgeführt. Dazu gehören das Ausleuchten der Pupillen sowie Koordinationstests, wie das Laufen auf einer Linie oder an die Nase fassen. Sollte sich der Verdacht erhärten, können die Beamten den Fahrer um eine (freiwilligen) Urinprobe auf einer nahegelegenen Toilette bitten. Solltest Du ablehnen, werden die Beamten Dich aller Wahrscheinlichkeit zur Blutabnahme auf die Wache bitten.

Der Urintest bei einer Verkehrskontrolle überprüft den Konsum von 5 illegalen Drogen: Cannabis (THC), Amphetaminen, Meth-Amphetaminen, Kokain und Opiaten. Die Resultate gibt es dann schon nach wenigen Minuten. Daher wird dieses Verfahren auch als Drogenschnelltest bezeichnet.

Sollte die Urinprobe auf einer oder mehrere der 5 illegalen Drogen positiv sein, können die Beamten eine Blutuntersuchung im Labor anordnen. So kann die genaue Konzentration ermittelt werden. Die Resultate sind erforderlich, um Beweise vor Gericht geltend machen zu können.

Im Falle eines positiven Bluttests droht ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das BtmG oder wegen Gefährdung des Straßenverkehrs. Die Höhe der Strafe hängt von der Menge, Art und Häufigkeit der konsumierten Droge ab. Auch Bußgelder von bis zu 1.500 € können verhängt werden. Außerdem gibt es zwei Punkte in Flensburg sowie ein Fahrverbot von bis zu drei Monaten. 

Letztlich kann auch in schweren Fällen eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) gerichtlich angeordnet werden. Die MPU ist auch als „Idioten-Test“ bekannt. Praktisch bedeutet die MPU: glaubhaft Reue zeigen, Drogentests über Monate hinweg ablegen und tausende von Euro an Kosten. Dazu gehören auch Sitzungen beim Psychologen, medizinische Untersuchungen und Reaktionstests. 

Wie lange ist CBD und THC im Blut oder Urin nachweisbar?

Der Konsum von CBD im Straßenverkehr ist nicht illegal. Denn nach CBD wird nicht untersucht.

Anders dagegen der psychoaktive Cannabis-Wirkstoff THC. Denn im Gegensatz als Alkohol bleibt THC recht lange im Körper nachweisbar. Das liegt vor allem an dem Stoffwechsel-Abbauprodukt THC-COOH (THC-Carbonsäure). Dies wird auch THC-Metabolit genannt.

Während die Hauptsubstanz THC meist innerhalb von 24 Stunden ausgeschieden wird, hat das THC-COOC eine recht lange Eliminationshalbwertszeit. Das heißt, Cannabis ist bei einem einmaligen Konsum noch 4-5 Tage im Urin nachweisbar. Im Blut sind es immerhin noch bis zu 3 Tage.

Noch länger nachweisbar ist THC aber bei regelmäßigem Konsum. Dann kann das THC-COOH sogar für einige Wochen im Urin nachweisbar sein. Gelegentlicher und regelmäßiger THC-Konsum kann also zum Verlust des Führerscheins führen. Haare zeugen noch nach mehreren Monaten vom Konsum. Haartests werden oft während einer MPU vorgenommen, da es hier um die langfristige Fahreignung geht.

Einer positiven Urinprobe folgt meist eine richterliche Anordnung zur Blutuntersuchung, wo dann die genaue Konzentration von Cannabis festgestellt wird. Dieser Wert ist dann entscheidend bei der gerichtlichen Beurteilung, wie hoch die Strafe ausfallen könnte.

Wie hoch ist der Grenzwert für Cannabis im Straßenverkehr?

Während es für Alkohol am Steuer gesetzliche Grenzwerte gibt, gibt es diese für Drogenkonsum im Straßenverkehr nicht. Daher hat die Rechtsprechung (strenge) Grenzwerte zur Fahreignung unter Drogeneinfluss festgelegt. Bereits ein THC-Wert von 1 ng/ml im Blut kann zum Entzug der Fahrerlaubnis führen, wenn gelegentlicher oder regelmäßiger Konsum vermutet wird. Einen Toleranzabzug gibt es nicht.

Wie bereits beschrieben ist CBD zwar technisch nachweisbar, es wird aber nicht danach getestet. Somit gibt es auch keine Beschränkung des CBD-Konsums im Straßenverkehr.

Zur Bewertung, ob mindestens gelegentlicher Konsum vorliegt, wird dann der THC-COOH Wert im Blut herangezogen. Bei THC-COOH-Werten von 5-75ng/ml Blutserum geht die Rechtsprechung davon aus, dass zumindest gelegentlich THC konsumiert wird. Bei mehr als 75 mg/ml Blutserum wird dann von regelmäßiger Konsumierung ausgegangen. 

Quelle: https://www.gtfch.org/cms/images/stories/media/tb/tb2007/s074-084.pdf

Die Vermutung des gelegentlichen Konsums kann aber widerlegt werden, wenn der Betroffene beweisen kann, dass er nur einmaliger THC konsumiert hat. Scheitert dieser Beweis, kann der Fahrer seine Fahreignung nur durch eine MPU nachweisen.

Um 1 ng/ml THC aus dem Körper auszuscheiden, bedarf es ca. 2-10 Tage an Cannabis-Abstinenz.

Das bedeutet: Kiffer verlieren ihren Führerschein also schneller als betrunkene Fahrer. Regelmäßiger Cannabiskonsum schließt eine Fahreignung immer aus. Dafür müssen auch keine tatsächlichen Begleitumstände hinzutreten. Rechtlich gesehen kannst Du Deinen Führerschein also auch dann verlieren, wenn gar kein Rauschzustand besteht.

Aus diesem Grund wird der recht niedrige Grenzwert von THC im Straßenverkehr öfter kritisiert. Auch im internationalen Vergleich ist 1 ng/ml recht mager. In der Schweiz etwa gibt es einen THC-Grenzwert der Fahreignung von 1,5 ng/ml nach Toleranzabzug sogar 2,2 ng/ml.

Kann CBD im Ausnahmefall für ein positives THC-Resultat sorgen?

Im Gegensatz zu THC wird beim Drogentest wird nicht auf CBD getestet, daher scheidet ein direktes positives Resultat von vornerein aus. Natürlich kann eine spezielle Untersuchung auf CBD testen, die technische Möglichkeit besteht. Aber dies ist im Rahmen einer Verkehrskontrolle oder einer betriebsärztlichen Untersuchung nicht der Fall.

Es gibt allerdings ein kleines Aber. Und zwar enthalten die meisten CBD-Produkte, wie CBD Öle eine sehr geringe Menge an THC, nämlich maximal 0.2%.

Aufmerksame Leser dieser Seite wissen, dass CBD Öle aus EU-zertifizierten Nutzhanf hergestellt (extrahiert) werden und gerade nicht aus Drogenhanf, bzw. Marihuana. Dieses zertifizierte Nutzhanf hat nur extrem geringe Mengen an THC: Er darf nicht höher als 0.2% sein. Jedes CBD Öl, das diesen Grenzwert überschreitet, ist in Deutschland illegal.

CBD Produkte im Überblick
Es gibt viele verschiedene CBD Produkte. / Foto: © Die Grüne Oase

Aufgrund des geringen THC-Gehalts der legalen CBD Öle und des zertifizierten Nutzhanfs ist es nahezu ausgeschlossen, dass ein reines CBD Öl für einen positiven THC-Drogentest sorgen könnte.

Denn um 1 ng/ml zu erreichen, müsste eine Person täglich etwa 2.000 mg CBD konsumieren. 2.000 mg entsprächen etwa 300 Tropfen an 20%-haltigem CBD Öl! Wir persönlich haben noch nie eine Tagesdosis von 100 mg überschritten, was schon recht viel ist.

Da CBD Öl jedoch noch nicht so lückenlos kontrolliert wird, gibt es keine Garantie dafür, dass die THC-Konzentration auch dem entspricht, was auf der Flasche angegeben wird. Nach einer amerikanischen Studie in 2017 waren 70% aller Online-CBD Produkte in den USA falsch deklariert. Ob es in Deutschland viel besser aussieht, ist zu bezweifeln.

Übrigens ist es ist unwahrscheinlich, dass Passivrauchen von Marihuana ausreicht, um ein positives Drogentestergebnis zu erzielen. Nur wenn Du Dich über mehrere Stunden in einem Raum mit starken Rauchern aufhältst, kann das Einatmen zu einem positiven THC-Test führen

CBD interagiert mit dem Stoffwechsel

Während reines CBD nur sehr unwahrscheinlich zu einem positiven Drogentest führen kann, ist zu beachten, dass das Cannabidiol mit den Endocannabinoid-System zusammenwirkt. So können auch die THC-Werte bei gleichzeitigem Marihuana-Konsum verändert werden. Eine Studie legt nahe, dass CBD-Konsumenten, die auch THC konsumierten, möglicherweise über einen längeren Zeitraum höhere THC-Werte aufweisen als bei alleiniger Verwendung von Marihuana.

CBD interagiert mit den Rezeptoren des Endocannabinoidsystems
Das CBD reagiert mit den Rezeptoren des körpereigenen Endocannabinoidsystems. / Foto: © Die Grüne Oase

Bevor Du Dich zum Kauf eines bestimmten CBD Öls entscheidest, raten wir zur Recherche. Folgende Fragen solltest Du stellen:

  • Was ist über die Reinheit des CBD Öls bekannt? Gibt es Analysezertifikate? 
  • Wer steckt hinter dem Unternehmen, das das CBD-Öl vertreibt? 
  • Ist das CBD Öl auch Bio-zertifiziert?

Fazit

Bei reinen CBD Ölen musst Du Dir keine Sorgen machen, dass ein Drogentest darauf positiv anschlägt. Um den THC-Grenzwert im Straßenverkehr von 1 ng/ml zu erreichen, müsstest Du schon extreme Mengen konsumieren. Trotzdem raten wir dazu, beim Kauf umsichtig zu sein und darauf zu achten, was Du kaufst. Denn es kann nicht ausgeschlossen sein, dass manche CBD Öle mehr THC enthalten, als angegeben wird.

Außerdem ist der Drogentest der Polizei nicht darauf ausgelegt, auf CBD zu testen. Daher ist der CBD-Konsum im Straßenverkehr unproblematisch.

Anders sieht es bei THC-Konsum aus. Hier spielst Du sprichwörtlich mit dem Feuer. Selbst gelegentlicher Konsum kann zum Verlust des Führerscheins führen. Im schlimmsten Fall kommt ein Strafverfahren, Bußgelder, Punkte in Flensburg und eine MPU auf Dich zu. Dies solltest Du dringend vermeiden. 

Sparen beim Kauf

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