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Amerikaner wollen Zauberpilze legalisieren

Die Amerikaner wollen Zauberpilze legalisieren

Letztes Update am: 06.12.2019

In Deutschland sind Zauberpilze ("Magic Mushrooms") noch nicht sehr weit verbreitet. In anderen Ländern, wie der Niederlande und der USA ist das anders. Jetzt kommt Bewegung ins Spiel. Denn die psilocybinhaltigen Frischpilze sollen in den USA nach Cannabis nun ebenfalls legalisiert werden.

Vor drei Monaten stimmten die Bewohner von Denver für die Entkriminalisierung des psychoaktiven Bestandteils der Magic Mushrooms. Das ist aber noch nicht das Ende des Liedes.

Amerikaner wollen Zauberpilze legalisieren

Die Pilzlobby - eine neue Bewegung für die Legalisierung

Der ehemalige Kampagnenmanager der Denver Psilocybin Initiative (DPI), Kevin Matthews, ist derzeit dabei, eine neue gemeinnützige Organisation aufzubauen, die Society for Psychedelic Outreach, Reform and Education – oder kurz gesagt SPORE. 

Das Projekt widmet sich der Legalisierung von Psychedelika, darunter nicht nur Psilocybin. Obwohl sich alles noch im Anfangsstadium befindet, hat der Aktivist bereits großes vor. Er und seine Verbündeten möchten zunächst Einwohner und Beamte von Denver über die Zauberpilze aufklären und so auch die öffentliche Meinung über die noch recht unbekannte Droge verändern.

Das soll der erste Schritt sein, um die Pilze später vielleicht sogar im ganzen Land für den Freizeitkonsum zu legalisieren. Damit ähnelt SPORE der Gruppierung Decriminalize Nature, die in Oakland, Kalifornien schon einen Sieg feiern konnten. 

Ein großes Problem für Matthews ist aber, dass die Drug Enforcement Administration (DEA) Psilocybin immer noch als eine Substanz des Schedule I klassifiziert. So sind für Forscher erhebliche Hindernisse gesetzt, die Pilze nach ihrem potenziellen Nutzen zu untersuchen. Man spürt aber, dass nun etwas Bewegung in die Sache kommt. Erst letztes Jahr forderte ein Team von John Hopkins, das bei der Erforschung der psychiatrischen Anwendungen von Psilocybin an vorderster Front stand, dass es diesen Status verliert. Selbst die Food and Drug Administration bezeichnete die Pilze als „breaktrough therapy“ für behandlungsresistente Depressionen. Auch dem Wirkstoff CBD aus der Cannabis-Pflanze sagt man nach, dass er bei Depressionen oder Angststörungen hilfreich sein könnte. Im Juni drängte auch Alexandria Ocasio-Cortez darauf, Forschungshürden abzubauen. 

Die Aktivisten der SPORE Gruppe wollen eine Lobby für Psilocybin und andere halluzinogene Substanzen aufbauen. Matthews möchte deswegen den 501(c)(3)-Status beantragen, damit die Spendensammlung als Wohltätigkeitsorganisation einfacher wird. Sollte das erfolgsversprechend sein, will Matthews später noch den 501(c)(4)-Status beantragen. Dieser hilft dabei, dass eine bessere Lobbyarbeit unter den Mantel der „Sozailfürsorge“ möglich ist. Dadurch wären unbegrenzten Spenden zugelassen, die sogar anonym bleiben dürften. Zwar wird ein solches Vorgehen gerade wegen der Anonymität der Geldgeber stark kritisiert, doch könnte gerade das für eine Bewegung, welche die Legalisierung von noch tabuisierten Substanzen erreichen will, von großem Wert sein.

Die Vorgehensweise von SPORE könnte man auch mit der Bewegung in der Cannabis Branche vergleichen (Ist CBD in Deutschland eigentlich legal?), die auch mit dem langsam vorankommenden Legalisierungsprozess zu kämpfen hat. Im Gegensatz zu Cannabis ist jedoch anzumerken, dass die Dekriminialisierung von Psilocybin und anderen Psychedelika nicht unbedingt etwas damit zu tun hat, eklatante Fehler in der Strafjustiz zu korrigieren oder Steuergelder zur Finanzierung von Sozialprojekten zu generieren. 

Sollte jemals ein legaler Rahmen für den Freizeitgebrauch der Pilze geschaffen werden, gehen die meisten Experten nicht davon aus, dass es nicht zu einer ähnlichen Marktstruktur wie bei Pot kommen wird. Trotzdem sind sie zuversichtlich, dass sie die Taktiken, die bei diesen Bewegungen angewendet wurden, auch für ihren Kampf nutzen könnten.

„Sie haben noch viel zu tun“, meint James Hamblin im Mai. Die „Pilzlobby“ ist momentan noch ziemlich klein. Nach Angaben des Center for Responsive Politics betragen die jüngsten Einnahmen des American Mushroom Institute 945.090 US-Dollar und die Ausgaben 811.680 US-Dollar. Die American Mushroom Cooperative berichtet hingegen über einen Anstieg der Ausgaben, die bei rund 1,3 Millionen US-Dollar lagen. Doch selbst das ist im Vergleich zum Cannabis Markt noch recht gering. 

Trotzdem geht es voran. Eine Gruppe namens Orgeon Psilocybin Society wurde bereits vom IRS als 501(c)(3) genehmigt. Laut eigener Website hat die Gruppe im März bei einer Benefiz-Gala im Portland Art Museum fast 80.000 Dollar gesammelt. Gleichzeitig wurde von den Republikanern in Iowa eine Reform vorangetrieben. Das Spielfeld wird also immer voller. 

Während die Lobbyarbeit an Fahrt gewinnt, scheinen auch Unternehmen, die sich mit magischen Pilzen und anderen Psychedelika beschäftigen, aufzutauchen, insbesondere in Colorado. 

Magic, eine Marketingfirma mit Sitz in Boulder, verband sich durch Matthew Duffy mit der Pilzgruppe in Denver.  Er sagte, dass er viel von ihrer Werbung übernommen hätte und auch die Öffentlichkeitsarbeit vorangetrieben habe. Magic plant, weiterhin mit SPORE und anderen Gruppen zusammenzuarbeiten.

"Es gibt wahrscheinlich 20.000 Marketingagenturen auf der Welt", sagte Marcus McNeill, der CEO von Magic. "Wir wollen die Agentur sein, die für Psychedelika bekannt ist. Wir haben früh auf dieses Pferd gesetzt."

Am vergangenen Montag kündigte das in Denver ansässige Kaffeeunternehmen Sträva an, dass es "begonnen habe, die Vorteile und Risiken der Kombination von Mikrodosen von Psilocybin mit ihren speziellen Kaffee- und Teeprodukten zu untersuchen". Obwohl der CEO, Andrew Aamot, zugab, dass seine Idee bisher nur auf dem Papier existierte, war er zuversichtlich, dass er sein Produkt in naher Zukunft auf dem Markt verkaufen könne, ähnlich wie bei CBD-infundierten Getränken. 

"So wie unser Kaffee heute Cannabis zugänglicher macht, ist er auch eine großartige Plattform, um einige dieser umstritteneren Pflanzenstoffe einem neuen Publikum vorzustellen", sagte er. "Hier in Denver haben sie das Verbot von [Psilocybin] durch Entkriminalisierung aufgehoben, und ich sehe das genauso wie beim Cannabis - die ersten Schritte zu mehr Verständnis und Wertschätzung und größerer Akzeptanz."

"Wir sehen, wie der Deckel bricht", fuhr Aamot fort. "Und wir denken, dass Pilze einer ähnlichen Entwicklung folgen werden." Ob das wirklich so abläuft? Wir sind gespannt. 

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